Die Ungarische Sprache - A magyar nyelv

 

 

Übersicht

 

Erfolgreich integriert aber nicht assimiliert

 

Gedanken von 
Friedrich Dürrenmatt

Eine der schwersten 
Sprachen?

Sprachverwandtschaften 
in Europa

Italien = Olaszország !

Ungarn = Magyar(en)

Die Hunnen-Legende

Woher kommt der "Ungar"?

Verstehen Ungarn Finnisch?

Erfolgreich integriert aber nicht assimiliert

Eingangs-Betonung

Ein Wortungeheuer?

Agglutinierendes

Vokalharmonie

Suffixe gleich Fälle?!?

Man HAT nicht!

Wortspielerei statt fester Reihenfolge

Bestimmt oder unbestimmt?

Nix männlich, weiblich 
oder sächlich!

Eine lebendige, aktive
Sprache

Nur mit Tricks übersetzbar: momentanes und frequentatives Verb

Resümee

 

 

Die Ungarn sind übrigens aus diesem Sprachenkreis das größte Volk und auch dasjenige, welches es am weitesten nach Westen gezogen hat. Und es ist erstaunlich, dass es diesem Volk trotz sprachlicher Isolation und jahrhundertelangen Assimilationsdruck - vor allem von türkischer und deutscher Seite her - gelungen ist, die recht eigentümliche Sprache zu bewahren. Nicht zuletzt deshalb definieren sich die Ungarn als solche vor allem über ihre Sprache.

Wie ein Wunder mutet es ja auch an, dass sie nach ihrer Landnahme im ausgehenden 9.Jahrhundert nicht, wie so viele andere nomadischen Völker, nach und nach von den eingesessenen Völkern assimiliert wurden.

So sind etwa die heutigen Bulgaren in keinster Weise mit den Bulgaren gleichzusetzen, die etwa 200 Jahre vor der Zeit auf dem Balkan auftauchten, als die Ungarn im Karpatenbecken eindrangen. Die Bulgaren waren ein turksprachiges Volk, das dann aber unter den slawisch sprechenden Bewohnern des damaligen Thrakiens aufgegangen ist. Lediglich der Name ist geblieben.

Aber nicht nur der Wortschatz des Ungarischen mutet im Großen und Ganzen sehr befremdlich an. Auch die Grammatik sprengt die Grenzen dessen, was wir Indoeuropäer, speziell wir Germanen, gewohnt sind. Wegen gewisser Analogien im Satzbau und bei gewissen Wortstämmen und auch der Vielzahl an Vokalen wurde sogar schon die Vermutung in den Raum gestellt, ungarisch und japanisch seien im Ursprung miteinander verwandt.
So sind recht einfache Worte, die Teil des Grundwortschatz sind und daher sehr alt sein müssen, im japanischen und im ungarischen sehr ähnlich. So heißt "das Salz" auf ungarisch "", auf japanisch "shoi";"gut" heißt auf ungarisch "" und auf japanisch "joi". Die Aussprache ist in beiden Fällen fast identisch.
Ist das nun Zufall?

Auf der anderen Seite hat der deutsche Einfluss vom 16. bis zum 19. Jahrhundert auch deutliche Spuren hinterlassen. Viele Worte wurden dem Deutschen zunächst entlehnt und dann hungarisiert. Und eine ganze Reihe von Sprichworten und Redewendungen, die wir Deutschen kennen, kennt man so im Ungarischen auch.

Dagegen ist es nicht ratsam, derartige idiomatische Wendungen aus dem Deutschen etwa ins achso verwandte Englisch zu übersetzen.

 

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Autor: Andreas Kraneis
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